23.10.2018

Immer wieder mittwochs…

Schülerinnen und Schüler der Schul-AG „Helfen macht Spaß“ aus der Gemeinschaftsschule Schaumberg Theley besuchen regelmäßig die Senioren im Caritas SeniorenHaus Hasborn. Jede Woche mittwochs um viertel vor zwei sie die Senioren aufs Neue und verbreiten jede Menge gute Laune.

 

Wenn die Schüler Eileen Haßel, Marvin Johann und Maurice Fournier mittags nach dem Unterricht das Caritas SeniorenHaus Hasborn betreten, hat Tagespflegeleiterin Judith Alt schon liebevoll den Tisch eingedeckt und kümmert sich um das leibliche Wohl der Schüler. Die drei engagierten Zehntklässler aus der Gemeinschaftsschule Theley  haben sich freiwillig für die außergewöhnliche Schul-AG „Helfen macht Spaß“ angemeldet. Seither helfen sie seit Schulbeginn wöchentlich mittwochs für eine Stunde in der Tagespflege des Caritas SeniorenHauses Hasborn. Und das mit großem Erfolg. Gemeinsames Lachen, Spielen, Erzählen und vieles mehr stehen auf dem Plan, wenn die Jugendlichen und die Senioren zusammenkommen.

 

Heute ist eine Bingo-Stunde geplant. Gespannt fiebern die Seniorinnen dem Fall der Bingo Kugel entgegen. Fröhlich und heiter geht es zu. Hier und da macht der 17-jährige Maurice kleine Scherze und verbreitet jede Menge gute Laune, die die teilnehmenden Seniorinnen mit einem Lächeln quittieren. „Das ist so schön mit den jungen Leuten“, freut sich Tagespflegegast Frau M. und möchte die drei am liebsten kräftig umarmen. „Es lohnt sich auf jeden Fall, für den kurzen Zeitraum eine Stunde pro Woche zu investieren“, bestätigt auch Marvin Johann (15), der sich sehr gut vorstellen kann, später in einem sozialpflegerischen Beruf zu arbeiten. Für die Bewohner ist es eine willkommene und interessante Abwechslung wieder neue und junge Gesichter kennen zu lernen. Die Schülerin Eileen nimmt sich viel Zeit, die Seniorinnen immer wieder zu motivieren, hilft hier und da die richtige Zahl zu finden. Auch sie hat schon deutlich gemerkt, dass man für diesen Beruf sehr viel Geduld benötigt. „Ich habe mir bewusst dieses Haus rausgesucht“, erzählt Eileen. „Ich war schon einmal für ein Praktikum hier und es hatte mir sehr gut gefallen. Am schönsten ist es, wenn mich die Bewohner wiedererkennen“, findet die 15-Jährige.

 

Überaus erfolgreich lief auch der erste Aktionstag  im September in Verbindung mit der Wendelinusstiftung St. Wendel „Mach deiner Generation alle Ehre! Engagier dich ehrenamtlich für den Austausch der Generationen“, die das AG-Projekt der Gemeinschaftsschule Theley  unterstützen. Verschiedene Senioreneinrichtungen, Schüler des Herbstpraktikums und Schüler der „Helfen macht Spaß“-AG organisierten zum Startschuss des Projektes eine Rollstuhl-Rallye durch St. Wendel. SeniorenHaus-Praxisanleiterin Clara-Maria Falk sorgte mit den Auszubildenden Jessica Scherer und Isabell Strehlow für mächtig Furore: Zum Aktionstag hatten sie den Alterssimulationsanzug GERT mitgebracht und brachten die teilnehmenden Jugendlichen ganz schön ins Schwitzen.

Feuer und Flamme für die außergewöhnliche AG ist auch Initiatorin und Lehrerin Anke Veit. Sie leitet die AG „Helfen macht Spaß“ und motivierte zwölf Schüler, die sich gerne mit sozialer Arbeit und älteren Menschen auseinander setzen wollten.  Auch die Schüler teilen ihre Begeisterung. In einer ersten Feedbackrunde erzählten sie von ihren Erfahrungen und schilderten den Ablauf ihrer Besuche in den Einrichtungen. „Die drei Schüler im SeniorenHaus Hasborn sind rundum zufrieden und freuen sich jede Woche aufs Neue“, hebt Anke Veit hervor. „Als ich nachfragte, wie es ihnen gefällt, antworteten sie einstimmig, dass hier alle ‚brutal nett‘ wären“, lacht sie erleichtert. Auch Hausleiterin Vera Schmidt ist begeistert. „Das fröhliche und lockere Miteinander macht unsere Senioren glücklich und es wirkt sich sehr positiv auf sie aus“, berichtet Vera Schmidt von den positiven Erfahrungen. „Genau diese Erfahrungen führen dazu Hemmschwellen zu überwinden und Distanz zu Menschen abzubauen, die im Alter körperlich oder geistig eingeschränkt sind.“ Schule und Einrichtungsleitung sind sich einig, dass die wöchentlichen Besuche zwischen Jung und Alt eine herzerfrischende Abwechslung für alle Beteiligten darstellen. Letztlich sei es ein Gewinn für alle.

 

Schon nach einer halben Stunde heißt es „Bingo“. Die 92-jährige Frau K. reißt vor Freude die Arme in die Höhe und wünscht sich das Lied „Horch was kommt von draußen rein…“. Stille bei den Jugendlichen. „Ohje, wir singen gerne, aber das Lied ist nicht aus diesem Jahrtausend“, lacht Maurice. Doch Frau K. zuliebe summen sie mit und haben viel Freude dabei. Nach diesem anstrengendem Bingo-Abenteuer servieren die Schüler erfrischende Getränke und verabschieden sich später. Die Herausforderung einer neuen Bingo-Runde nächste Woche nehmen sie gerne an.